Mit dem Rennen am Schöckl bei Graz begann für Bike Team Haus die Downhill-Saison 2026, und gleichzeitig auch die ersten gemeinsamen Rennwochenenden als neues Team.
Gefahren wurde beim Saisonauftakt der auner Austrian Gravity Series, oft einfach „aAGS“ genannt. Die aAGS ist aktuell die größte Downhill-Rennserie Österreichs und richtet sich sowohl an Nachwuchsfahrer als auch an erfahrene Racer. Gefahren wird auf unterschiedlichen Strecken quer durch Österreich, von flowigen Bikepark-Linien bis hin zu technisch anspruchsvollen Naturtrails.
Im Downhill startet immer nur ein Fahrer gleichzeitig. Die Zeit läuft vom Start bis ins Ziel. Bereits kleine Fehler, Unsicherheiten oder falsche Linienentscheidungen können schnell mehrere Sekunden kosten.
Ein Renntag besteht dabei meist aus:
- freien Trainingsläufen
- einem sogenannten „Seeding Run“
- und anschließend dem Finale
Der Seeding Run bestimmt dabei die Startreihenfolge für das Finale. Gerade auf technisch schwierigen Strecken kann sich die Strecke im Laufe des Tages stark verändern, wodurch Erfahrung und Streckenkenntnis eine große Rolle spielen.
Der Schöckl – technisch, steil und anspruchsvoll
Der Schöckl gilt mittlerweile fast schon als Klassiker der österreichischen Gravity-Szene. Die Strecke ist deutlich technischer als viele klassische Bikepark-Linien und verlangt vor allem viel Kontrolle auf Wurzeln, Steinen und engen Waldpassagen.
Gleichzeitig wechseln sich schnelle offene Abschnitte mit technischen Sektionen ständig ab. Genau das macht die Strecke zwar spannend, aber auch körperlich und mental anstrengend.
Gerade als Saisonstart war der Schöckl deshalb direkt eine echte Herausforderung.
Jona – viel Speed auf schnellen Abschnitten
Für Jona war das Rennen insgesamt ein richtig gutes Wochenende.
Vor allem auf den schnelleren Abschnitten war er teilweise überraschend schnell unterwegs und konnte dort viel Zeit gutmachen. Schwierigkeiten gab es vor allem in den technischen Bereichen, in denen zwischen Wurzeln und Steinen aktiv weitergetreten werden musste.
Da er aktuell noch ohne Klickpedale fährt, ist genau das momentan noch eine Herausforderung. Gerade auf ruppigen Downhill-Strecken wird es dadurch schwieriger, gleichzeitig Druck auf die Pedale zu bringen und stabil auf dem Bike zu bleiben.
Deshalb starten wir jetzt langsam auch mit dem Training auf Klickpedalen, damit dort Schritt für Schritt mehr Sicherheit entsteht.
Trotzdem konnte Jona konstant und sauber fahren und belegte:
- Seeding: 9 / 13
- Finale: 9 / 13
Vor allem technisch lernen wir aktuell von Rennen zu Rennen extrem viel dazu. Linienwahl, Blickführung, Ruhe auf dem Bike und das Lesen der Strecke werden langsam immer besser.
Eliza – erstes Downhill-Rennen überhaupt
Noch besonderer war das Wochenende allerdings für Eliza.
Vor gerade einmal zwei Wochen kam nach einem Bikepark-Besuch plötzlich der Satz:
„Ich glaube, ich möchte auch einmal mit in die Bikeparks fahren.“
Nach nur einem Trainingswochenende am Schöckl wollte sie dann direkt selbst beim Rennen starten.
Und genau das machte das Wochenende eigentlich schon zu einem Erfolg, unabhängig von jeder Platzierung.
Natürlich gibt es aktuell noch viele Dinge zu lernen. Gerade Haltung, Grundposition auf dem Bike und technische Abläufe werden jetzt Schritt für Schritt aufgebaut werden. Trotzdem war die Leistung für praktisch erst vier Bikepark-Tage insgesamt wirklich stark.
Besonders wichtig war dabei, dass sie ruhig geblieben ist, ihre Läufe sauber heruntergefahren hat und sich auch von schwierigeren Stellen nicht aus der Ruhe bringen ließ.
Ihre Ergebnisse:
- Seeding: 3 / 4
- Finale: 4 / 4
Rennen als Teil des Lernprozesses
Gerade im Nachwuchsbereich merkt man schnell, wie wertvoll solche Rennwochenenden eigentlich sind.
Nicht nur die Fahrtechnik entwickelt sich weiter, sondern auch:
- Selbstvertrauen
- Konzentration
- Umgang mit Nervosität
- Einschätzung von Geschwindigkeit
- und das Lesen einer Strecke unter Belastung
Genau deshalb gehören Rennen bei Bike Team Haus nicht nur zum „Leistungsgedanken“, sondern vor allem auch zum Lernprozess dazu.
Denn am Ende geht es momentan weniger um Ergebnisse als darum:
- Erfahrung sammeln
- sicherer werden
- gemeinsam lernen
- und Spaß am Sport behalten
Und genau dafür war das Wochenende am Schöckl ein ziemlich perfekter Saisonstart.

Joschy Rausch · Sektionsleiter Radsport (SPORTUNION Haus im Ennstal)




